Immer mehr Menschen in Deutschland arbeiten remote. An manchen Tagen ist das Homeoffice ideal. An anderen hilft ein ruhiger Schreibtisch außerhalb der eigenen Wohnung – in einem Coworking Space – beim Fokussieren, beim Trennen von Arbeit und Privatleben und einfach beim produktiveren Arbeiten. Wenn du diesen Schreibtisch selbst bezahlst und für deinen Job nutzt, gibt es eine gute Nachricht: Die Kosten können steuerlich absetzbar sein. In diesem Artikel erklären wir in einfachen Worten, was das bedeutet, wann es gelten kann und worauf du achten solltest. (Das ist eine allgemeine Information und keine Steuerberatung – kläre deinen konkreten Fall bitte immer mit einem Steuerberater.)
Was bedeutet „steuerlich absetzbar“ eigentlich?
Räumen wir zuerst mit dem größten Missverständnis auf: Absetzbar heißt nicht, dass dir das Finanzamt den vollen Preis deines Schreibtischs zurücküberweist.
Stattdessen senken die Kosten dein zu versteuerndes Einkommen – also den Betrag, auf den überhaupt Steuern berechnet werden. Weniger zu versteuerndes Einkommen bedeutet in der Regel weniger Steuer.
Wie viel das ausmacht, hängt von deinem Steuersatz ab. Eine grobe Faustregel: Bei rund 30 % sparst du pro 100 € Werbungskosten etwa 30 € Steuern. Dein tatsächlicher Satz kann höher oder niedriger liegen – nimm die Zahl also nur als Orientierung.
Können Angestellte Coworking-Kosten absetzen?
Kurz gesagt: ja, unter bestimmten Voraussetzungen. Kosten, die klar mit deinem Job zusammenhängen, gelten in Deutschland als „Werbungskosten“ und gehören in deine jährliche Steuererklärung.
Für deinen Coworking-Platz zählen vor allem zwei Dinge: Du bezahlst ihn selbst, und du nutzt ihn für die Arbeit. Sind beide Punkte erfüllt und erstattet dein Arbeitgeber die Kosten nicht ohnehin steuerfrei, können sie als Werbungskosten zählen.
Der Reiz gegenüber dem reinen Homeoffice: Die Homeoffice-Pauschale ist auf 1.260 € pro Jahr gedeckelt. Ein Coworking Space liegt außerhalb deiner Wohnung und wird steuerlich meist anders behandelt – die Kosten können als externe, beruflich veranlasste Aufwendungen gelten, sofern du sie ordentlich belegst.
Zwei kurze Rechenbeispiele
Was heißt das in Euro? Zwei gerundete Beispiele: Ein fester Schreibtisch (Dedicated Desk) für 350 € im Monat sind 4.200 € im Jahr, ein flexibler Platz (Flex Desk) für 200 € im Monat sind 2.400 € im Jahr.
Diese Beträge kannst du unter den genannten Bedingungen als Werbungskosten angeben. Denk daran: Du bekommst das Geld nicht zurück, sondern senkst dein zu versteuerndes Einkommen.
Bei rund 30 % Steuersatz könnten daraus grob 1.260 € weniger Steuern beim festen Schreibtisch und etwa 720 € beim Flex Desk werden. Vereinfachte Zahlen, kein Versprechen – dein Ergebnis hängt von deiner persönlichen Situation ab.
Worauf es ankommt – und welche Belege du brauchst
Die Chancen stehen gut, wenn du den Platz selbst zahlst, ihn beruflich nutzt, dein Arbeitgeber die Kosten nicht steuerfrei übernimmt und private Nutzung die Ausnahme bleibt.
Den Rest macht eine saubere Dokumentation. Sammle dafür am besten:
• Vertrag oder Mitgliedschaftsvereinbarung
• monatliche Rechnungen und Zahlungsnachweise, etwa Kontoauszüge
• Buchungs- oder Nutzungsverlauf, gerade beim Flex Desk
• wenn möglich eine kurze Bestätigung deines Arbeitgebers, dass Remote-Arbeit erlaubt ist
Dedicated Desk oder Flex Desk?
Steuerlich funktionieren beide. Ein fester Schreibtisch ist oft leichter zu belegen, weil er dauerhaft dir gehört. Beim Flex Desk übernimmt dein Buchungsverlauf diese Rolle – ein guter Grund, die Bestätigungen einfach aufzuheben.
Der Hinweis „Eventuell steuerlich absetzbar“
Bei uns siehst du an manchen Plätzen genau diesen Hinweis. Er erinnert dich an den Kern: Zahlst du selbst und arbeitest dort, können die Kosten in deiner Steuererklärung landen. Deinen konkreten Fall klärst du am besten kurz mit deinem Steuerberater.
Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information und ist keine Steuerberatung. Die steuerliche Behandlung hängt von deiner persönlichen Situation ab. Bitte sprich für deinen konkreten Fall mit einem Steuerberater oder einem Lohnsteuerhilfeverein.
Fazit
Ein Coworking-Platz ist oft mehr als ein schönerer Arbeitsplatz: Zahlst du ihn selbst und nutzt ihn für den Job, kann er dein zu versteuerndes Einkommen senken. Eine Garantie ist das nicht – aber mit den richtigen Belegen und einem kurzen Check beim Steuerberater eine Rechnung, die sich lohnen kann.
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