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Coworking8 Min. Lesezeit

Die 10 schönsten Boutique-Coworking-Spaces in Deutschland

Nina Bergmann
Nina Bergmann · Innergarden Community
Atrium mit Lounge im Innergarden, einem Boutique-Coworking-Space in der Ortenau

Vor ein paar Wochen blieb eine Bekannte mittags kurz in meiner Tür stehen, schaute auf das Tageslicht, die Pflanzen und das Wasser draußen und sagte einfach: „Hier würde ich gern arbeiten.“ Genau um dieses Gefühl geht es mir in diesem Beitrag. Manche Orte fühlen sich vom ersten Moment an richtig an – und davon gibt es in Deutschland mehr, als man denkt.

Boutique-Coworking ist für mich eine ganz eigene, leise Kategorie: kleinere Spaces mit Charakter, die aus einer Idee gewachsen sind – aus einer alten Lokhalle, einem Schlachthof voller Container, einem Boot auf dem Kanal. Ich habe quer durch Deutschland gesammelt, von der Ortenau bis nach Hamburg, Berlin und München. Hier sind zehn der schönsten.

Was „Boutique“ für mich heißt

Vorab eine kurze Einordnung. Boutique-Coworking heißt für mich nicht Größe, sondern Handschrift. Eine überschaubare, kuratierte Gemeinschaft, in der man sich beim Namen kennt. Eine Einrichtung, die nach Sorgfalt aussieht. Und vor allem ein Gefühl, das ein Raum auslöst, wenn man morgens hereinkommt. Es geht weniger um die Zahl der Schreibtische als um diese Atmosphäre – und genau das verbindet die folgenden zehn Orte, so verschieden sie auch sind.

1. Innergarden – Schutterwald

Beginnen wir vor der eigenen Haustür. Innergarden liegt in Schutterwald bei Offenburg, mitten in der Ortenau – und hat als einer der wenigen Coworking Spaces der Region einen eigenen Naturpool direkt vor dem Fenster. Auf 500 m² treffen biophiles Design, echte Pflanzen und viel Holz auf ergonomische Arbeitsplätze, private Besprechungsräume und 24/7-Zugang. Dass die Nähe zur Natur den Kopf entlastet, ist gut belegt – und genau das spürt man hier beim ersten Kaffee. Der Ort ist bewusst klein gehalten, damit man sich kennt. Das Versprechen dahinter – mehr schaffen, früher gehen – nimmt ernst, dass die Qualität des Ortes auf die Qualität der Arbeit einzahlt.

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Innergarden – Schutterwald

2. Grünhof – Freiburg

In Freiburg sitzt Grünhof in einer über hundert Jahre alten Lokhalle – einer ehemaligen Lokomotivhalle, in die über zwei Etagen gebrauchte Schiffscontainer gestapelt wurden. „Container-Chic“ nennen sie das selbst, samt eigener Bühne für Veranstaltungen. Hinter den Wänden steckt aber mehr als Industrie-Charme: Grünhof versteht sich als Ort für grüne und soziale Startups, mit einer Community, die nachhaltiges Wirtschaften ernst meint. Wer Aufbruchstimmung mag, ist hier richtig.

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Grünhof – Freiburg

3. Perfekt Futur – Karlsruhe

Der wohl ungewöhnlichste Ort der Liste steht in Karlsruhe, im denkmalgeschützten Alten Schlachthof. Perfekt Futur besteht aus rund 68 gebrauchten Schiffscontainern, die in einer Markthalle von 1927 zu einer kleinen Container-Stadt gestapelt wurden – mit Dachterrassen und Zwischenräumen zum Reden. Eingezogen sind hier gezielt Gründerinnen und Gründer aus der Kultur- und Kreativwirtschaft. Eine raue, ehrliche Ästhetik, die genau die Szene anzieht, für die sie gedacht ist.

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Perfekt Futur – Karlsruhe

4. digitalCHURCH – Aachen

In Aachen steht der vielleicht außergewöhnlichste Ort dieser Liste: Die digitalCHURCH ist Deutschlands erster Coworking Space im Kirchenschiff. In der 1907 erbauten, neugotischen St.-Elisabeth-Kirche wurde 2017 ein Digitalisierungszentrum eröffnet – lange Arbeitstische reihen sich im Mittelschiff zwischen den Säulen, im ehemaligen Chor lädt heute eine Lounge mit Bar zum Verweilen. Auf über 1.000 m² treffen Startups, Mittelstand und Kreative unter dem Kreuzrippengewölbe aufeinander. Arbeiten mit Blick nach oben – im wörtlichsten Sinne.

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digitalCHURCH – Aachen

5. LORE – Hamburg

In Hamburg arbeitet man bei LORE buchstäblich auf dem Wasser. Der Space ist ein schwimmendes Bürogebäude – ein Boot mit nur vierzehn festen Plätzen, von denen jeder freien Blick über den Kanal hat, während sich das Wasser an der Decke spiegelt. Gebaut von einem Architektenpaar, klimaneutral betrieben. Kleiner und besonderer geht es kaum – und genau das ist der Reiz.

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LORE – Hamburg

6. Coconat – Bad Belzig

Eine knappe Autostunde südwestlich von Berlin liegt das Coconat – vielleicht die radikalste Idee dieser Liste: ein Ort zum Arbeiten mitten auf dem Land, an dem man auch übernachtet. Der Name steht für „Community and Concentrated Work in Nature“ – Wiesen, alte Gemäuer, kein Großstadtlärm. Wer herkommt, bleibt oft tagelang, arbeitet morgens tief konzentriert und sitzt abends mit anderen am langen Tisch. Eine Workation, lange bevor das Wort Mode wurde.

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Coconat – Bad Belzig

7. CRCLR House – Berlin

In Berlin-Neukölln steckt das CRCLR House im ehemaligen Lager der Kindl-Brauerei – und ist selbst ein Vorzeigeprojekt der Kreislaufwirtschaft. Rund 80 Prozent der Baumaterialien sind wiederverwendet: Fenster aus einem Schweizer Wohnhaus, Türen aus einem alten Hotel, ein Anbau aus Holz und Beton. Hier residiert der Impact Hub Berlin, eine Community rund um nachhaltiges Unternehmertum. Ein Haus, das seine Haltung schon im Mauerwerk trägt.

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CRCLR House – Berlin

8. Hafven – Hannover

In Hannover verbindet das Hafven Coworking mit einer offenen Werkstatt – vom 3D-Drucker bis zur Holzbearbeitung. Seit 2015 ist hier eine Community aus Machern, Gründerinnen und Kreativen zu Hause, die gern zwischen Schreibtisch und Werkbank wechselt. Café, Eventfläche und Maker Space gehen ineinander über, sodass eine Idee morgens am Laptop entstehen und nachmittags als Prototyp auf dem Tisch liegen kann. Ein Ort für alle, die nicht nur denken, sondern auch bauen wollen.

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Hafven – Hannover

9. Munich Urban Colab – München

In München steht mit dem Munich Urban Colab ein Innovationshaus, das ganz auf die Stadt von morgen ausgerichtet ist. Über mehrere Etagen verbinden sich Coworking, Werkstätten und großzügige Eventflächen – getragen von einer Initiative von UnternehmerTUM und der Stadt München. Startups arbeiten hier Tür an Tür an Themen wie Mobilität, Gesundheit und urbaner Nachhaltigkeit, oft gemeinsam mit etablierten Partnern. Wer Ideen liebt, die direkt an der echten Stadt erprobt werden, ist hier genau richtig.

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Munich Urban Colab – München

10. St. Oberholz – Berlin

Zum Schluss ein Stück Coworking-Geschichte. Das St. Oberholz am Rosenthaler Platz öffnete 2005 als Café, in dem man mit dem Laptop einfach bleiben durfte – lange bevor das Wort Coworking im Alltag ankam. Im Eckhaus aus dem 19. Jahrhundert mischen sich bis heute Café, Coworking und Büros. Für viele ist es der Ort, an dem die ganze Bewegung in Deutschland begann. Allein deshalb lohnt der Besuch.

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St. Oberholz – Berlin

Was diese Orte verbindet

So unterschiedlich diese zehn Orte sind – vom Boot in Hamburg bis zum Naturpool in der Ortenau – eint sie eine Haltung. Sie verstehen den Arbeitsort als Teil der Arbeit selbst. Sie setzen auf Charakter, auf Gemeinschaft und auf das Gefühl eines Ortes, das keine Ausstattungsliste einfangen kann.

Genau das macht Boutique-Coworking aus. Und genau deshalb lohnt es sich, für den richtigen Space ein paar Kilometer weiter zu fahren – oder einen Ort zu wählen, der zu der Art passt, wie man am liebsten arbeitet.

Fazit

Deutschland ist reich an Orten mit Handschrift. Von Freiburg über Karlsruhe bis nach Hamburg, Hannover, Berlin und München – und aufs Land bei Bad Belzig – gibt es Spaces, an denen man gern arbeitet – jeder mit einer eigenen Idee dahinter. Welcher der richtige für dich ist, hängt davon ab, was dich beim Arbeiten trägt: Licht, Natur, Gemeinschaft oder einfach ein Raum, der sich vom ersten Moment an richtig anfühlt. Mein Tipp: hingehen, einen Moment Platz nehmen und spüren, wie es sich anfühlt. Das verrät mehr als jede Beschreibung.

Du bist in der Ortenau unterwegs und neugierig auf einen naturnahen Space? Komm vorbei und arbeite einen Tag kostenlos bei uns.

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